vZEV erklärt: Wie Nachbarschaften in der Schweiz gemeinsam Solarstrom nutzen und den Eigenverbrauch maximieren

Was ist ein vZEV?

Der vZEV ist eine Weiterentwicklung des klassischen Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV).

Er ermöglicht es, Solarstrom über mehrere Gebäude und Hausanschlüsse hinweg gemeinsam zu nutzen, ohne dass sich diese zwingend auf derselben Parzelle befinden müssen.

Einfach formuliert bedeutet das: Solarstrom, der auf einem Gebäude produziert wird, kann direkt in benachbarten Gebäuden verbraucht und verrechnet werden. Leonhard Berger, Geschäftsleitung der esfera Solar AG präzisiert: „Der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ermöglicht es, überschüssigen Solarstrom lokal zu teilen und wirtschaftlich dort zu nutzen, wo er entsteht.“

ZEV, vZEV und LEG übersichtlich dargestellt. (Grafik: esfera Solar AG)

Unterschied zwischen ZEV und vZEV

Um das Konzept richtig zu verstehen, lohnt sich die Abgrenzung zum klassischen ZEV.

Klassischer ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch)

  • Innerhalb derselben Parzelle
  • Gleicher Hausanschluss
  • Typisch für Mehrfamilienhäuser
  • Physisch begrenztes Areal

vZEV (virtueller ZEV)

  • Mehrere Gebäude und Hausanschlüsse möglich
  • Parzellenübergreifend
  • Nutzung bestehender Netzstruktur
  • Ideal für Quartiere, Gewerbe und Landwirtschaft

Ergebnis: deutlich grössere Flexibilität und höhere Energieeffizienz innerhalb lokaler Strukturen.

Warum gewinnt der vZEV in der Schweiz stark an Bedeutung?

Der zentrale Treiber ist die Wirtschaftlichkeit von Solarstrom. Während die Einspeisevergütung sinkt oder volatil ist, bleibt der Strombezugspreis hoch. Dadurch wird jede selbst genutzte Kilowattstunde wirtschaftlich deutlich wertvoller. Levin Minder, Vertriebsleitung der esfera, betont: „Eigenverbrauch wird zum entscheidenden Faktor für die Rentabilität von Photovoltaikanlagen. Genau hier setzt der vZEV an.“ Statt Strom mit geringer Einspeisevergütung ins öffentliche Netz einzuspeisen, kann er lokal genutzt oder intern zu besseren Konditionen verkauft werden, mit klaren finanziellen Vorteilen.

Für wen lohnt sich ein vZEV besonders?

Ein virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ist besonders attraktiv für:

  • Mehrfamilienhäuser mit geräumiger Dachfläche
  • Gewerbe- und Industrieareale
  • Landwirtschaftsbetriebe
  • Logistik- und Lagerhallen
  • Liegenschaften mit grossen Dachflächen

Je höher der Solarstrom-Überschuss, desto grösser sei das Optimierungspotenzial, gemäss Levin Minder.

Technische Voraussetzungen für einen vZEV

Damit ein vZEV umgesetzt werden kann, müssen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sein:

  • Anschluss an dieselbe Sammelschiene innerhalb der Trafostation
  • Ausstattung mit intelligenten Smartmetern
  • Netztechnische Kompatibilität der Liegenschaften

Ob ein Projekt technisch geeignet ist, kann vorgängig geprüft werden über Seiten wie LEGHUB vZEV-Check oder auf vielen Webseiten der Netzanbieter.

Warum Smartmeter und Monitoring entscheidend sind

Ohne präzise Messung ist kein vZEV möglich. Numa Minder, Leitung Umsetzung bei der esfera, weist darauf hin, dass Smartmeter die Grundlage für die Digitalisierung des Energiesystems bilden. Nur so liessen sich Produktion, Verbrauch und Verteilung transparent abbilden.

Ein modernes Energiemonitoring erfasst dabei:

  • Stromproduktion der PV-Anlage
  • Verbrauch einzelner Teilnehmer
  • interne Stromflüsse
  • Überschussmengen

Diese Daten ermöglichen eine faire und transparente Abrechnung innerhalb der Energiegemeinschaft.

Eine genaue Analyse des Energiebedarfs und -verbrauchs kommt nicht ohne Smartmeter aus. (Grafik: ChatGPT)

Eigenverbrauchsoptimierung beginnt bereits in der Planung

Ein wirtschaftlicher vZEV entsteht nicht zufällig, sondern wird bereits in der Planungsphase optimiert.

Die esfera Solar AG analysiert dafür unter anderem:

  • Stromverbrauchsprofile
  • Tages- und Lastspitzen
  • saisonale Unterschiede
  • aktuelle und künftige Verbraucher (z. B. Wärmepumpen, E-Ladestationen)

Levin Minder ergänzt: „Wir planen Solarsysteme immer auf Basis des tatsächlichen Energieverhaltens. So lässt sich der Eigenverbrauch von Anfang an maximieren.“ Das Ziel sei immer möglichst wenig Einspeisung bei maximaler lokaler Nutzung.

Wie lange dauert die Umsetzung eines vZEV?

Die Einführung eines vZEV erfolgt in mehreren Schritten:

  • Analyse der Energieflüsse (mehrere Wochen bis Monate)
  • Technische Prüfung der Infrastruktur
  • Administrative Einrichtung des Zusammenschlusses

Die esfera übernimmt die gesamte administrative Abwicklung, um Eigentümer und Betreiber zu entlasten. Die effektive Umsetzung dauert in der Regel nur wenige Wochen. Der Abrechnungsstart wird dabei jeweils fest auf den Beginn eines neuen Quartals gelegt.

Fazit: vZEV als Schlüssel für die dezentrale Energiezukunft

Der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ist ein zentraler Baustein der zukünftigen Energieversorgung in der Schweiz. Er ermöglicht:

  • höhere Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen
  • bessere Nutzung lokal produzierten Stroms
  • mehr Unabhängigkeit vom Energiemarkt
  • nachhaltigere Energieversorgung in Quartieren

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